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Ratgeber

Barrierefreiheitserklärung in Shopify einbinden: Seite, Footer, Checkout, Meldeweg

Veröffentlicht am 23. Oktober 2026

Ihre Barrierefreiheitserklärung binden Sie in Shopify in drei Schritten ein: als eigene Seite unter Online Store > Pages, als Link im Footer-Menü unter Content > Menus und als Verweis in Ihren AGB unter Settings > Policies, denn im Checkout-Footer verlinkt Shopify laut seiner Hilfe standardmäßig Ihre Richtlinien; einen Link auf eine eigene Seite beschreibt die Hilfe dort nicht. Dazu kommt ein Meldeweg für Barrieren, am einfachsten eine E-Mail-Adresse in der Erklärung und eine Kontaktseite mit der Vorlage „contact“.

Was inhaltlich in die Erklärung gehört und einen fertigen Text zum Ausfüllen finden Sie im Muster für die Barrierefreiheitserklärung im Onlineshop. Hier geht es um die Einbindung in Shopify: jeder Klickweg so, wie ihn das Shopify Help Center beschreibt, dazu die Stellen, an denen Shopify Ihnen Grenzen setzt. Die übrigen Baustellen im Shop, also Alt-Texte, Farben, Apps und Cookie-Banner, behandelt Shopify barrierefrei machen nach BFSG.

Das Shopify Help Center beschreibt die Wege auf Englisch. Wir nennen die englischen Menünamen, damit Sie sie mit der Hilfe abgleichen können; in einem deutschsprachigen Admin stehen dort die übersetzten Bezeichnungen.

Was die Erklärung enthalten muss, in Kürze

Nach § 14 Abs. 1 Nr. 2 BFSG dürfen Sie Ihren Shop nur anbieten, wenn Sie die Informationen nach Anlage 3 Nummer 1 erstellt und „für die Allgemeinheit in barrierefreier Form zugänglich gemacht“ haben. Anlage 3 BFSG verlangt, soweit anwendbar, vier Elemente:

BuchstabeAnlage 3 verlangtWas Sie bei Shopify konkret beschreiben
a„eine allgemeine Beschreibung der Dienstleistung in einem barrierefreien Format“was Sie verkaufen, an wen, unter welcher Domain
b„Beschreibungen und Erläuterungen, die zum Verständnis der Durchführung der Dienstleistung erforderlich sind“Suche, Produktseite, Warenkorb, Kundenkonto, Checkout, Zahlungsarten, Kontakt
c„eine Beschreibung, wie die Dienstleistung die einschlägigen [...] Barrierefreiheitsanforderungen erfüllt“Theme und Version, Prüfmethode und Datum, eingesetzte Apps, bekannte Einschränkungen
d„die Angabe der zuständigen Marktüberwachungsbehörde“die MLBF mit Name und Anschrift, wie im Muster

Zu Buchstabe c bei Shopify: Den Checkout baut Shopify. Für ihn gibt es einen Konformitätsbericht von Shopify gegen WCAG 2.0, 2.1 und 2.2 der Stufen A und AA, Stand März 2026. Derselbe Bericht stellt aber klar: „Merchants are responsible for assessing and ensuring that their online store is compliant“. Nach unserer Lesart dürfen Sie in der Erklärung auf diesen Bericht verweisen, müssen aber Ihr Theme, Ihre Apps und Ihre Inhalte selbst beschreiben, denn die deckt er nicht ab.

Wo die Information stehen darf, sagt Anlage 3 Nummer 1 ebenfalls: „in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder auf andere deutlich wahrnehmbare Weise“. Für Shopify heißt das: eigene Seite für den vollständigen Text, Verweis in den AGB für den Checkout.

Schritt 1: die Seite anlegen

Weg laut Shopify-Hilfe zu Seiten:

  1. Im Shopify-Admin Online Store > Pages öffnen.
  2. Add page klicken.
  3. Titel eingeben, zum Beispiel „Erklärung zur Barrierefreiheit“. Shopify rät zu einem klaren, beschreibenden Titel, weil er im Browser-Tab und in Suchergebnissen erscheint.
  4. Im Bereich Content den Text Ihrer Erklärung einfügen.
  5. Unter Visibility „Visible“ wählen. Mit „Hidden“ bleibt die Seite für Kunden unsichtbar.
  6. Save klicken.

Überschriften richtig setzen. Die Informationen müssen nach § 14 Abs. 1 Nr. 2 BFSG selbst in barrierefreier Form zugänglich sein. Fett gesetzte Zeilen sind für einen Screenreader keine Überschriften. Laut Shopify-Hilfe zum Rich-Text-Editor markieren Sie den Text, klicken auf Formatting und wählen eine Stufe unter Heading (1-6). Nach unserer Empfehlung: Abschnittsüberschriften wie „1. Unser Shop“ oder „Barriere melden“ als Heading 2, weil der Seitentitel bereits über dem Inhalt steht. Prüfen Sie in der Vorschau, dass es keine zweite gleichrangige Hauptüberschrift gibt.

Text statt Bild oder eingescanntem PDF. Für die Zugänglichmachung verweist § 14 Abs. 1 Nr. 2 BFSG auf die BFSGV. Nach unserer Lesart gilt deshalb auch für die Erklärung § 12 Nr. 2 Buchstabe e BFSGV: Informationen über die Funktionsweise der Dienstleistung werden „in Textformaten zur Verfügung gestellt, die sich zum Generieren alternativer assistiver Formate durch den Verbraucher eignen“. Ein Bild oder ein eingescanntes PDF erfüllt das nicht. Eine Shopify-Seite mit echtem Text erfüllt es am einfachsten.

Eine kurze, feste Adresse. Im Bereich Search engine listing preview können Sie über das Stiftsymbol das Feld URL handle ändern, laut derselben Shopify-Hilfe zu Seiten. Eine Adresse wie /pages/barrierefreiheit lässt sich am Telefon diktieren und in den AGB nennen. Ändern Sie die Adresse später, schlägt Shopify standardmäßig eine Weiterleitung von der alten auf die neue Adresse vor; lassen Sie sie eingeschaltet.

Wenn eine App die Seite angelegt hat

Im Shopify App Store gibt es Apps, die eine Erklärung aus einer Vorlage erzeugen. Die App Accessibility Statement Pro schreibt etwa, sie füge eine Seite unter Onlineshop → Seiten hinzu; ihre Beschreibung nennt ADA, AODA und WCAG, aber weder das BFSG noch Anlage 3 noch die MLBF. Einen Footer-Link erwähnt die Beschreibung nicht. Prüfen Sie die erzeugte Seite deshalb wie jede Generator-Ausgabe gegen die vier Buchstaben, wie es Barrierefreiheitserklärung per Generator beschreibt, und gehen Sie die Schritte 2 bis 4 trotzdem durch.

Weg laut Shopify-Hilfe zu Menüs:

  1. Im Shopify-Admin Content > Menus öffnen.
  2. Auf den Titel des Menüs klicken, das Ihr Theme im Footer zeigt.
  3. Add menu item klicken und einen Namen eingeben, zum Beispiel „Barrierefreiheit“.
  4. In das Feld Search or paste a link klicken, den Linktyp Pages wählen und dann Ihre Seite.
  5. Add klicken, danach Save menu.

Shopify warnt dort: Wenn Sie die Adresse einer Seite einfügen, statt sie aus der Liste zu wählen, kann die Verbindung zum Menüpunkt verloren gehen und ein 404-Fehler entstehen. Wählen Sie Ihre Seite deshalb immer aus der Liste.

Welches Menü der Footer zeigt, bestimmt Ihr Theme. Laut Shopify-Hilfe zu Menüs und Links legen Sie in den Theme-Einstellungen fest, wo ein Menü erscheint. Wie der Footer-Bereich heißt und wie Sie ihm ein Menü zuweisen, unterscheidet sich je nach Theme; die Hilfe Ihres Theme-Anbieters beschreibt es. Prüfen Sie danach im Shop selbst: Steht der Link auf der Startseite, einer Produktseite und im Warenkorb im Footer?

Ein eindeutiger Linktext wie „Barrierefreiheit“ oder „Erklärung zur Barrierefreiheit“ ist leichter zu finden als ein Absatz tief in den AGB. Setzen Sie den Link neben Impressum und Datenschutz, auf allen Seiten an derselben Stelle.

Schritt 3: die Erklärung im Checkout erreichbar machen

Im Checkout gilt Schritt 2 nicht ohne Weiteres. Laut Shopify-Hilfe zu Richtlinien sind dort standardmäßig Ihre Richtlinien verlinkt: „links to your policies are listed in your checkout footer“. Zu den Richtlinien zählen dort unter anderem Return policy, Privacy policy, Terms of service, Shipping policy, Legal notice und Contact information. Einen eigenen Link zu einer beliebigen Seite im Checkout-Footer beschreibt die Hilfe nicht.

Auch eine App hilft in kleinen Shops kaum weiter: Laut Shopify-Hilfe zu Checkout-Apps sind Apps, die die Seiten Information, Versand und Zahlung des Checkouts anpassen, nur mit Shopify Plus verfügbar; Apps für die Danke-Seite und die Bestellstatusseite gibt es ab dem Plan Basic.

Der naheliegende Weg ist deshalb der, den Anlage 3 ausdrücklich nennt: die AGB. Weg laut derselben Shopify-Hilfe zu Richtlinien:

  1. Im Shopify-Admin Settings > Policies öffnen.
  2. Im Bereich Written policies die Richtlinie Terms of service anklicken.
  3. Ist Use automated policy eingeschaltet, ausschalten.
  4. Einen kurzen Abschnitt zur Barrierefreiheit ergänzen und Save klicken.

Ein Beispiel für diesen Abschnitt, den Sie anpassen:

Barrierefreiheit: Wie unser Shop die Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllt, wo es noch Einschränkungen gibt und wie Sie uns Barrieren melden, beschreiben wir in unserer Erklärung zur Barrierefreiheit unter [ihr-shop.de/pages/barrierefreiheit]. Barrieren melden Sie per E-Mail an [barrierefreiheit@ihr-shop.de].

Nach unserer Lesart ist das der Weg mit dem geringsten Risiko: Der Text steht in den AGB, die Anlage 3 nennt, und Kunden erreichen ihn auch mitten im Checkout. Den vollständigen Text in die AGB zu kopieren, ist nicht nötig, solange die Seite aus Schritt 1 besteht; zwei Fassungen müssten Sie außerdem doppelt pflegen. Ob Ihr Theme die Terms of service zusätzlich im Footer verlinkt, prüfen Sie wie in Schritt 2.

Wie Sie den Checkout selbst auf Barrieren prüfen, zeigt Barrierefreier Checkout.

Schritt 4: den Meldeweg einrichten

Einen Meldeweg nennt Anlage 3 BFSG für Shops nicht; nach unserer Lesart ist er also nicht vorgeschrieben, aber sinnvoll; warum, und welcher Kanal sich eignet, erklärt Meldeweg für Barrieren im Onlineshop. In Shopify richten Sie ihn so ein:

E-Mail-Adresse in der Erklärung. Laut Shopify-Hilfe zum Rich-Text-Editor markieren Sie die Adresse im Text, klicken auf Insert link und tragen im Feld Link to mailto: gefolgt von der Adresse ein, also mailto:barrierefreiheit@ihr-shop.de. Lassen Sie die Adresse als Text sichtbar stehen, damit Kunden sie auch abschreiben können.

Ein Menüpunkt „Barriere melden“. Die Shopify-Hilfe zu Menüs erlaubt im Feld Search or paste a link auch E-Mail-Links im Format mailto:. So steht der Meldeweg neben der Erklärung im Footer.

Eine Kontaktseite mit Formular. Weg laut Shopify-Hilfe zur Kontaktseite: unter Online Store > Pages eine neue Seite anlegen, einen Titel wie „Barriere melden“ vergeben, optional einen Einleitungstext schreiben, im Bereich Online store die Theme-Vorlage contact auswählen und speichern. Danach nehmen Sie die Seite wie in Schritt 2 ins Menü auf. Laut derselben Seite gehen alle Einsendungen an die Absender-E-Mail-Adresse Ihres Shops, die Sie in den Benachrichtigungseinstellungen ändern können. Schicken Sie selbst eine Testnachricht ab und prüfen Sie, ob sie ankommt.

Den Spamschutz kennen. Laut Shopify-Hilfe zu den Onlineshop-Einstellungen ist hCaptcha in allen Shopify-Shops standardmäßig aktiviert, unter anderem für Kontaktformulare. Einsendungen durchlaufen zuerst eine unsichtbare Prüfung; wirken sie verdächtig, leitet Shopify auf eine Seite weiter, auf der ein Rätsel zu lösen oder ein Kästchen anzuklicken ist. Unter Online Store > Preferences, Bereich Spam protection, schalten Sie hCaptcha getrennt für Kontakt- und Kommentarformulare sowie für Anmelde- und Kontoseiten ein oder aus. Nach unserer Lesart ist das ein Grund mehr, die E-Mail-Adresse immer neben dem Formular zu nennen: Wer an einer Prüfseite scheitert, hat dann einen zweiten Weg. Für ein Captcha verlangt WCAG 1.1.1 eine Alternative für eine andere Sinneswahrnehmung.

Antworten können. Gibt es bei Ihnen einen Kundenservice, muss er nach § 12 Nr. 4 BFSGV die Informationen über die Barrierefreiheit „mit barrierefreien Kommunikationsmitteln“ bereitstellen. Legen Sie fest, wer das Postfach liest.

Prüfliste: Ist die Erklärung richtig eingebunden?

Gehen Sie die Liste nach dem Einrichten einmal mit der Maus und einmal nur mit der Tastatur durch (Tab, Umschalt+Tab, Enter).

PrüfpunktSo prüfen SieWo Sie es in Shopify ändern
Seite ist öffentlichSeite in einem privaten Browserfenster ohne Anmeldung öffnenOnline Store > Pages > Visibility
Echte ÜberschriftenIm Editor jeden Abschnittstitel markieren und unter Formatting prüfen, dass eine Heading-Stufe gewählt istRich-Text-Editor > Formatting > Heading
Vier Buchstaben a bis d enthaltenText gegen die Tabelle oben legenOnline Store > Pages
Footer-Link auf allen ShopseitenStartseite, Produktseite, Warenkorb und Kontaktseite öffnenContent > Menus, Theme-Einstellungen
Link per Tastatur erreichbarMit Tab bis zum Footer gehen, Fokus muss sichtbar sein, Enter öffnet die SeiteTheme (siehe Shopify barrierefrei machen)
Im Checkout erreichbarTestbestellung bis zur Zahlungsseite, im Checkout-Footer Terms of service öffnen, Abschnitt Barrierefreiheit muss dort stehenSettings > Policies > Terms of service
Meldeweg funktioniertTestmail an die Adresse, Testnachricht über das FormularKontaktseite, Benachrichtigungseinstellungen
Kein toter LinkMenüpunkt nach einer Änderung der Adresse erneut anklickenContent > Menus, Seite aus der Liste wählen
Stand-Datum stimmtDatum am Ende der Erklärung mit letzter Änderung vergleichenOnline Store > Pages

Aktuell halten

Nach § 14 Abs. 2 BFSG bewahren Sie die Informationen auf, solange Sie den Shop anbieten, und nach § 14 Abs. 3 tragen Sie Veränderungen bei der Art und Weise der Erbringung „gebührend Rechnung“. Typische Anlässe in Shopify sind ein Theme-Wechsel oder ein großes Theme-Update, eine neue App, die sich in den Shop einblendet, eine neue Zahlungsart und ein neuer Konformitätsbericht von Shopify zum Checkout. Überarbeiten Sie dann Abschnitt b und c, ändern Sie das Stand-Datum und legen Sie die alte Fassung als Datei oder Ausdruck bei Ihren Unterlagen ab. So empfiehlt es auch das Muster für die Barrierefreiheitserklärung.

Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung. Im Zweifel klären Sie Ihren Fall mit der Bundesfachstelle Barrierefreiheit oder einer Anwältin oder einem Anwalt.

Ihr nächster Schritt

Der kostenlose Scan prüft ohne Anmeldung Ihre Startseite, eine Produktseite und den Warenkorb gegen die WCAG-Regeln und schaut dabei auch nach Ihrer Erklärung zur Barrierefreiheit und Ihrem Meldeweg. Automatische Werkzeuge finden nur einen Teil aller Barrieren; ob der Link im Checkout erreichbar ist und Ihr Meldeformular ankommt, prüfen Sie zusätzlich selbst mit der Prüfliste oben.

Stand: 23.10.2026. Quellen gelesen am 23.10.2026.

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Wir prüfen

  1. Startseite in einem echten Browser öffnen
  2. Automatisch nach WCAG 2.2 AA prüfen, mit axe-core
  3. Bis zu drei Unterseiten prüfen: ein Produkt, den Warenkorb, die Barrierefreiheitserklärung
  4. Ergebnis mit Punktzahl und den wichtigsten Befunden zusammenstellen